Bibliotrend 2014

4 04 2014

Hallo zusammen,

das war es. Die Bibliotrend Reihe 2014 ist vorbei. Die Bibliothekssystemherstellerfirma (Hangman-Word 😉 ) OCLC veranstaltet einmal im Jahr eine Tagung zum Thema Trends in Bibliotheken. Dabei geht es, natürlich, auch darum ihre Produkte vorzustellen, aber es soll auch immer ein kleiner Überblick über Trends in Bibliotheken gegeben werden. Ende letzten Jahres wurde ich angesprochen, ob ich nicht mit „auf Tour“ gehen und Beispiele aus der bibliothekarischen Praxis liefern möchte. Das war wieder einer dieser Momente bei denen ich mich immer noch kurz kneifen muss. Das wir mit der Nutzung von sozialen Netzwerken in der Mediothek Krefeld mittlerweile so einen Ruf haben, dass man mich für solch eine Reihe einlädt, fällt mir immer noch schwer zu glauben…

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Das ich eine Leitung in Krefeld habe, die mich solche Dinge machen lässt ist natürlich auch ein Jackpot. Wie auch immer, heute blicke ich auf eine knapp 4.000 Kilometer lange Reise an 9 Tagen in 9 Städten mit 9 Vorträgen zurück. Was soll ich sagen, es war anstrengend, stressig und einfach großartig. Wien, München, Stuttgart, Frankfurt, Leipzig, Berlin, Hamburg, Dortmund und Köln standen auf dem Plan. Jedes Mal war es anders, jedes Mal war es spannend und jedes Mal habe ich eine große Menge an interessanten Menschen kennengelernt. Institutsbibliotheken, Firmenbibliotheken und natürlich öffentliche Bibliotheken waren vor Ort. Für mich war das eine tolle Erfahrung und eine super Gelegenheit zum netzwerken. Viele Kolleginnen und Kollegen, die ich übers Jahr virtuell ständig „sehe“ und „spreche“ konnte ich endlich mal wieder „in Echt“ treffen.

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Ich habe in meinen Vorträgen versucht, in der kurzen Zeit, einen Überblick über das zu geben, was wir in Krefeld so alles in sozialen Netzwerken machen und vor allem, warum? Ich hoffe und glaube, dass der ein oder andere vielleicht eine Anregung mitgenommen hat und wenn dem so ist, hat es sich ja gelohnt.

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An dieser Stelle wollte ich mich auch noch bei den Kollegen der Firma OCLC bedanken, mit Andreas und Christian habe ich ja jetzt 9 Tage lang in Hotels gewohnt und in Autos gesessen…hätte das zwischenmenschlich nicht gepasst, wäre die Tour ungleich anstrengender gewesen. So hat es vor allem eine Menge Spaß gemacht und ich in froh, dass ich das machen durfte 😉

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Gruß
Martin

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Bibliotheken – braucht man uns noch!?

9 11 2013

Hallo zusammen,

es wird mal wieder für einen Moment dienstlich. Durch den Artikel „Die Zukunft des Papierverleihs“ von Kathrin Passig in der Zeit ist der Sinn oder Unsinn einer Bibliothek wieder in aller Munde. Ich arbeite in einer Bibliothek, interessiere mich sehr für deren Zukunft und habe natürlich eine Meinung zu diesem Artikel. Es gibt Stellen, da sehe ich vieles exakt genauso, bei anderen offenbart der Artikel einige Unkenntnis der Materie. Es fängt damit an, dass von „der Bibliothek“ gesprochen wird. Das es da draußen eine ganze Bandbreite von Bibliotheken mit unterschiedlichesten Aufgaben gibt, wird gar nicht erwähnt.

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Sagen wir mal so, ich bin wohl einer der wenigen Menschen, die in Bibliotheken arbeiten, der keinen romantischen Bezug zum Buch hat. Ich habe mir den Beruf nicht ausgesucht, weil ich gerne lese oder ich den Geruch von Büchern mag (in Bibliotheken ist besonders letzteres meist eh eher gegenteilig besetzt 😉 ) oder ehrfürchtig vor dem auf Papier gesammelten Wissen bin. Ich lese ab und an, mir ist aber der Inhalt wichtig, dabei ist es egal, ob auf Papier, Tablet oder eReader. Ich habe mir den Beruf ausgesucht, weil ich etwas machen wollte, bei dem ich jeden Tag mit vielen Menschen in Kontakt komme, letztlich etwas Gutes tue und meine Affinität zum Internet einbringen kann. Da passt eine Bibliothek ganz gut, zumindest wenn es eine moderne öffentliche Bibliothek ist.

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Ich glaube, dass Bibliotheken derzeit vor dem größten Wandel ihrer Geschichte stehen. Wir „Öffentlichen“ werden an unseren Ausleihzahlen gemessen….und Bundesweit gehen diese zurück. Die Belletristik hält die Fahne noch hoch, die Sachmedien werden in Zeiten von Wikipedia und Google zunehmend weniger nachgefragt. Bedeutet das jetzt, dass das Ende des Abendlandes bevorsteht? Ich denke nicht. Vieles wird in den aktuellen Diskussionen durcheinander geworfen, da geht es um die Veränderbarkeit der Information, das ist im Netz einfacher und schwerer zu erkennen. Wenn das Netz mal nicht mehr so frei ist, wie wir heute glauben das es ist, was ist dann mit der Information? Wer kontrolliert, wer archiviert unser Wissen?

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Und ich denke, hier muss man in der Diskussion mal genauer hinschauen. Ich glaube auch, dass wir unsere Geschichte, unser Wissen auf Papier sammeln und bewahren sollten. Aber, muss das eine öffentliche Bibliothek tun? Wäre das nicht eher etwas für ein großes Archiv? Was haben wir den heute für Wissen in öffentlichen Bibliotheken? Belletristik, viele allgemeine Ratgeber zum Thema Kochen und Reiseführer. Wissen, welches man im Netz zu Hauf findet. Ist eine Bibliothek deshalb überflüssig geworden. Ein klares NEIN! mit einem großen ABER! Nein, eine Bibliothek ist nicht überflüssig, aber sie muss sich an das Nutzerverhalten anpassen. Die Zeiten, in denen wir als Bibliotheksmenschen unseren Nutzern gesagt haben, was sie lesen sollen und was Kultur ist sind vorbei. Gottseidank!

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Meine Bibliothek der Zukunft ist ein Ort, der dazu einlädt, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Meine Bibliothek der Zukunft ist ein Ort, an dem hoch motivierte, sehr gut ausgebildete Menschen arbeiten. Meine Bibliothek der Zukunft ist ein Ort, an dem ich Dinge ausprobieren kann. Meine Bibliothek der Zukunft ist ein Ort, an dem ich Informationen validieren kann. Meine Bibliothek der Zukunft ist ein Ort, an dem ich Spaß haben kann. Meine Bibliothek der Zukunft ist ein Ort, an dem ich Demokratie wagen kann, an dem ich ohne kommerziellen Druck Dinge erleben kann. Meine Bibliothek der Zukunft ist ein Ort, an dem Menschen arbeiten, die mir einen eBook Reader erklären können, die sich in sozialen Netzwerken auskennen, die mir Gefahren und Chancen des Internets vermitteln, die mir Fähigkeiten beibringen um in der hektischen, sich schnell wandelnden Zeit mithalten zu können, die dafür sorgen, dass Kinder die Faszination des Lesens lernen, die dafür Sorge tragen das alle Menschen den Zugang zu Informationen, Freizeitgestaltung und Spaß bekommen….egal ob sie alt, jung, schwarz, weiß, gesund, krank oder sonst was sind.

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Wir als Bibliothek sind ein Bollwerk gegen extremistische Triebe, wir sind die Verteidiger der Demokratie. Und so hochtrabend das jetzt klingt, all diese Dinge leben tausende von Bibliotheken jeden Tag. Die einen sind weiter, die anderen auf dem Weg, aber die meisten Menschen, die ich kenne, die in einer Bibliothek arbeiten, glauben an diese Grundsätze und stehen jeden Morgen auf, um zu dienen, zu helfen und Gutes zu tun.

Es ist gut, das jemand schreibt, dass Bibliotheken sich anpassen müssen, es ist wahr, dass das Internet vieles vereinfacht. Man hat Recht, wenn man schreibt, dass man sich im Netz ebenso für Neues beigeistern lassen kann wie beim durchstöbern einer Bibliothek. Aber, wer schreibt, Bibliotheken sind nur noch Papiermuseen und eigentlich überflüssig, hat von der Aufgabe und dem was die meisten öffentlichen Bibliotheken tun, keine Ahnung. Vielleicht würde es helfen, gelegentlich eine Bibliothek zu besuchen und mit den Menschen zu reden….anstatt nur darüber zu schreiben!

Passend zum Thema „Buch und Bibliothek“ gibt es derzeit auch eine Blogparade, schaut doch mal rein, wenn ihr mögt…

Gruß
Martin





Make it big – warum Bibliotheksmenschen auf die Gamescom sollten!

22 08 2013

Hi zusammen,

zur Zeit findet in Köln die Gamescom statt. Europas größte Spielemesse. Mit knapp 300.000 Besuchern wird gerechnet, die Hallen sind, auch Ausstellermäßig so voll wie lange nicht mehr. Die großen, Nintendo, Sony, Microsoft, EA, Activison, Ubisoft und wie sie alle heißen sind vor Ort und ich war auch da. Am Mittwoch, dem Fachbesuchertag. Fachbesuchertag? Ich, als Bibliotheksmensch? Warum? Genau deswegen. Die Gamescom ist eine Messe, ein Event…klar, es geht ums Geld, aber es geht auch um etwas ganz besonderes….Gaming. Nicht erst seit heute ein wichtiges Thema. Unlängst erschien eine Bitkom-Studie, die berichtet, das jeder dritte Deutsche regelmäßig spielt. Die „Devices“, also die Endgeräte sind vielfältig, Konsole, PC, Tablet, Smartphone….nie war das Spielen so einfach, so schnell verfügbar wie heute. Die Gamescom macht Spaß…sie ist laut, sie ist voll, sie ist hektisch…und sie ist genial 😉

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Warum aber als Bibliothek zu Gamescom? Das hat mehrere Gründe…ein Computerspiel ist ein Kulturgut. Genau wie ein Buch, eine Oper oder eine Musikaufnahme. Computerspiele beinhalten Storytelling, Action, Wettbewerbselemente und verbreiten Spaß. Wir sehen unsere Bibliotheken gerne als Kulturinstituition, als Bewahrer des Kulturellen…konsequenterweise MÜSSEN wir uns also auch um das Genre „Game“ kümmern. Viele Bibliotheken haben heute Spiele im Bestand. Immerhin. Mehr aber auch nicht. Man darf den Gamer nicht als exponierten Menschen vor seinem Rechner sehen. Um ihn, um sein Spiel, gibt es eine Kultur. Ein große Kultur. Glaubt ihr nicht? OK, direkt gegenüber der Mediothek befindet sich ein Klamottenkaufhaus. Geht doch mal in die Jugendabteilung und schaut Euch die T-Shirts an…wetten, ihr findet welche mit komischen roten Vögeln drauf 😉 Gaming ist längst in der Popkultur angekommen, eigentlich war es nie wirklich weg 😉 Cosplay ist übrigens auch einer dieser starken kulturellen Auswüchse 😉 Wenn so viele Menschen spielen und in diese Welten abtauchen, müssen wir als Bibliothek da sein und sie uns da holen, wo sie sind…

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Zeit für uns als Bibliothek das zu nutzen. Die Ausleihzahlen in Bibliotheken gehen zurück, das sag ich zwar schon seit drei Jahren, aber jetzt ist es soweit. Seien wir ehrlich, alles was man heute in Bibliotheken ausleihen kann, kriegt man doch auch anderswo, das meiste gleich im Netz. Filme, Bücher, Musik…alles „downloadbar“…natürlich auch Spiele. Also, gibt es noch einen Grund in eine Bibliothek zu gehen? Wir müssen es schaffen, die Bibliothek zu einem Ort zu machen, an dem man sich trifft, der in der Mitte der Gesellschaft steht. Events müssen her…ein Blick zur Gamescom lohnt, dort finden „Finals“ von großen eSport Events statt…und es sind nicht nur Gamer und Moderatoren vor Ort, nein, es sind auch etliche Zuschauer vor Ort…

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Sowas mal in eine Bibliothek zu holen, wäre schon cool und würde wohl auch neue Leute in die Häuser spülen. Wenn man das dann konsequent ausbaut, GamingEvents anbietet, jüngere und ältere Menschen begeistert, hat man auf einmal den „3. Ort“ und ganz nebenbei noch Communitybuilding betrieben. Wenn man dann noch Crossmedia betreibt, das alles in sozialen Netzwerken ausbreitet und mittels Storytelling verknüpft, wird am Ende ein Schuh draus und die Bibliothek plötzlich doch nicht mehr so überflüssig. Apropos!

Aporpos überflüssig. Bibliotheken sind nicht überflüssig…noch nicht. Aber, wir sollten eines von der Gamescom lernen: Make it big! Im Ernst, wir sind eigentlich echt geil! Wir sind die Helden im Informationsbereich. Schaut doch mal, was wir alles können. Wir bedienen Bibliophile, wir erklären eBook-Reader, wir bewerten Informationen, helfen beim recherchieren, machen Spaß, sind Anlaufpunkt, Leseplatz, Netzzugang, Entertainer, Theater, Comedian, Netzwerker, Werbetreibender und tausend andere Dinge….aber, wir stellen unser Licht immer unter den Scheffel. Wart ihr schon mal auf einem Bibliothekartag? Und wart ihr schon mal auf der Gamescom? Die Spielemenschen verstehe es eine große Show zu machen….Party, Spaß, Giveaways…versteht mich nicht falsch, wir sollten in den Bibliotheken nicht 365 Tage im Jahr Party feiern….aber 360 Tage dürften es schon sein 😉

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Im Ernst, wir können von der Spieleindustrie, glaube ich, eine Menge lernen. Communitybuilding, Teasing, Edutainment und vor allem eines: Spaß! Ach ja…und noch etwas ist mir auf der Gamescom aufgefallen…auf allen Gamescoms bislang. Wie friedlich es zugeht. Da wird geduldig auf die Fotomöglichkeit gewartet, völlig Fremden das Handy für ein Foto geben, kein Problem. Egal ob Schwarz, Weiß, Gelb, im Rollstuhl oder mit Blindenstock….das Gaming verbindet. Man hat ein gemeinsames Ziel, man versteht sich. Und ist es nicht letztlich das, was wir als Bibliothek auch erreichen wollen? Verbindendes Element sein? Spaß haben? Wichtig sein? Verlässlich sein? Also, frei nach dem Motto der Gamescom….Celebrate the library 😉

Gruß, Martin





FAMI-Convention in Mainz

29 04 2013

Hallo zusammen,

manchmal habe ich immer noch das Gefühl, ich müsste mich mal kneifen. Seit etwas über 3 Jahren kümmere ich mich jetzt in der Mediothek Krefeld um die Auftritte in den sozialen Medien. Für mich ein absoluter Jackpot. Im Job etwas tun zu dürfen, an dem man richtig Spaß hat ist wohl sowas wie ein Lottogewinn. Dazu noch tolle Kollegen und schon ist der Traumberuf komplett. Aber, man kann das noch toppen…fast seit Beginn der Social Media Tätigkeiten der Mediothek kriege ich immer wieder Anfragen, etwas zum Thema zu schreiben oder zu erzählen. Als ich in Krefeld angefangen habe, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mal Fachartikel schreibe oder auf internationalen Bibliothekskongressen Vorträge halte….oder gar, wie neulich in Hilden, auf einem Festakt was zum Thema „Zukunft in Bibliotheken“ erzählen darf. Dafür bin ich allen, die das möglich gemacht haben unendlich dankbar. Solche Events sind das i-Tüpfelchen auf meinem Beruf.

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So hat es mich dann auch sehr gefreut, als ich vom BIB die Anfrage bekam, die FAMI-Convention an der Universitätsbibliothek in Mainz zu gestalten. Unterteilt in einen praktischen Teil, wir haben einfach mal eine Facebook-Fanseite gebastelt, und einen „Wir quatschen mal darüber, was wir in der Mediothek so machen und diskutieren über die Zukunft von Bibliotheken“-Teil war das, zumindest für mich, ein spannender Tag. Ich hoffe, es ging den Teilnehmern auch so 😉

Ich freue mich bei solchen Terminen immer, wenn ich mit Fachangestellten für Medien – und Informationsdienste zusammenkomme, die voller genialer Ideen für die Zukunft sind. Auf der anderen Seite bin ich dann auch imer wieder geschockt, unter welchen Bedingungen der ein oder andere Kollege arbeiten muss. Da gibt es Rückkanalverbote, es wid sich gestritten ob man auf Facebook jetzt „Sie“ sagen muss oder „Du“ sagen darf. Da müssen Postings vom Chef abgesegnet werden und kreativ oder gar lustig werden geht schon mal gar nicht. Was zeigt das? Das zeigt zum einen, was ich für ein riesen Glück habe in Krefeld zu arbeiten, wo es genau so etwas nicht gibt…und es zeigt zum anderen, das es im Land noch viele Bibliotheksleitungen oder deren Vorgesetzte gibt, die eben nicht begriffen haben, dass sich Bibliotheken wandeln müssen. Wenn wir jetzt alles richtig machen, und „Communties“ um uns herum aufbauen und mal kreative Wege gehen, steht uns eine glorreiche Zukunft bevor…wenn nicht, sind wir in 5 Jahren obsolet. Und das fände ich dann doch sehr schade.

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Und deshalb sind solche Dinge wie das BibCamp, FAMI-Tage oder eben die FAMI-Convention unglaublich wichtig. Dort findet Austausch auf dem kurzen Dienstweg statt. Wenn man sich mal anschaut, wie sich Bibliotheken, zumindest die, die es dürfen, mittlerweile vernetzt haben, erkennt man, dass die Mitarbeiter da oftmals weiter sind als so manch „Verantwortlicher“. Waren Mailinglisten, wie etwa Rabe, einst revolutionär, gibt es jetzt Facebook-Gruppen mit hunderten bibliothekarischen Mitgliedern, die innerhalb von Minuten Wissen austauschen, sich gegenseitig helfen und so, letztlich, einen für den Nutzer relevanten Informationsgewinn erlangen.

Also liebe Bibliotheksverantworlichen…hört Euch die Vorschläge Eurer Mitarbeiter an…egal ob sie nun Assistent, FAMI oder Bibliothekar sind. Gerade in ÖBs sollte man seine Mitarbeiter nach Fähigkeiten und Interessen einsetzen…das bringt nicht nur eine hohe Motivation mit sich, es führt auch zu besseren Ergebnissen…ehrlich! Probierts aus….ach ja, eines noch. Ich würde mich freuen, mehr von Euch bei BibTagen, BibCamps, Twittwochs, Geeks-Veranstaltungen und ähnlichem zu sehen… 😉

Gruß
Martin





Lichtjahre voraus – geeks@cologne in der Stadtbibliothek Köln

25 04 2013

Hallo zusammen,

heute Abend war ich mal wieder, als Gast, in der Stadtbibliothek Köln. Die Veranstaltungsreihe geeks@cologne hat schon einige geniale Veranstaltungen hervorgebracht, den Twittwoch zum Thema Raumfahrt etwa oder den genialen Vortrag von Eli Neiburger im Rahmen von Geeks in Education am 15. Februar diesen Jahres. Heute also wieder Köln, wieder die charmanten Kolleginnen Constanze und Babett (der ich auf Twitter ein zweites „e“ in den Namen gebastelt habe, bitte verzeih 😉 ) und wieder ein spannendes Thema. Lichtjahre voraus – Weltraumforschung in Köln! Babett moderierte die Veranstaltung an…

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Der erste Vortragende war Dr. Stephan Ulamec von der DLR. Sein Thema: „Rosetta – Reise zum Ursprung des Sonnensystems“. Es ging um die Rosetta Sonde und deren Lander „Philae“. Trotz des hochkomplexen Themas einer Landung auf einem Kometen war der Vortrag extrem kurzweilig. Swingby Manöver, Landebeine, Plutoniumbatterien und das „Abspratzeln“ von Kometengestein waren die Themen, die das Publikum leicht verständlich serviert bekam.

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Wer Lust hatte, konnte sich auch die Risszeichnung abmalen 😉

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Jens Hauslage war der nächste Redner. Er ist Botaniker und leitet den Vortrag mit Urin, Komposthaufen und der Erkenntnis, dass Bio irgendwann immer anfängt zu stinken, ein. Die charmante und witzige Art des Vortrages täuschte nicht über die Wichtigkeit und Tiefe solcher Forschungen hinweg. Als seinen größten Traum bezeichnete Hauslage die Entdeckung von Bakterien, die in der Lage sind Kunststoffe zu verstoffwechseln. Das Wort „Spacetomate“ spielte ebenfalls eine wichtige Rolle, ging es doch um die Lösung des Problemes, dass man auf Langstreckenmissionen unmöglich genug Nahrungsmittel mitnehmen kann. Spannendes Feld…

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In der Pause gab es neben den absoluten Pflichtgetränken für Nerdveranstaltungen…

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…auch den neuen 3D-Drucker der Kollegen aus Köln zu sehen. Sehr eindrücklich. Mit Engelsgeduld wurden den Neugierigen die Technologie und die Anwendung des Gerätes erklärt. Die Stadtbibliothek hat die Herausforderungen für Bibliotheken der Zukunft angenommen und mit ihrem Makerspace sicher einen wichtigen Schritt in diese Richtung unternommen. Und irgendwie passte es jetzt aucht total super zum „Space-Thema“ 😉 Musikalisch wurde die Pause von Airman gefüllt….

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Weiter ging es nach geistiger und körperlicher Stärkung mit Dr. Hans Bolender und dem Thema „Astronautentraining für die Internationale Raumstation – Wie bereitet sich ESA-Astronaut Alexander Gerst auf seinen Langzeitaufenthalt auf der Raumstation vor?“ Spannend und informativ erzählte Bolender vom Basistraining über das Fortgeschrittenen-Programm bis zum Start in einer Kapsel in Richtung ISS. Auch er hat es, wie seine beiden Vorredner, geschafft, das komplexe Thema locker und verständlich zu transportieren, so das der Abend zu keiner Sekunde trocken oder gar langweilig wurde.

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Mein Fazit: Wie die vergangenen Male auch, war das ein toller Abend. Zum einen freue ich mich immer, wenn ich Babett und Constanze treffen kann, zum anderen sind die Themen und die hochkarätigen Gäste immer eine Reise wert. Die Idee der Veranstaltungsreihe „geeks@cologne“ ist einfach großartig und auf jeden Fall nachahmendswert….für viele Bibliotheken! Ach ja…wer unter dem Hashtag #ljvoraus sucht, wird sicher auch bei twitter fündig 😉

Gruß
Martin





Stadtbibliothek Nürnberg

13 04 2013

Hi Leute,

im Rahmen des BibCamp ergab sich die Möglichkeit, an einer Führung durch die Stadtbibliothek Nürnberg teilzunehmen. Mit 642 Jahren ist die STB Nürnberg die älteste Stadtbibliothek im deutschsprachigen Raum…allerdings ist sie sicher kein altbackenes Haus. Erst vor wenigen Monaten gab es eine Neueröffnung und es gibt ne Menge zu sehen…

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Frische Farben dominieren im Haus. Interessant ist, dass sich die Bibliothek in mehreren Häusern befindet. Derzeit muss vieles noch nachjustiert werden, aber das was schon funktioniert ist durchaus eindrucksvoll.

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Sicherlich ein Highlight ist der Blick auf das Café. Der Kontrast zwischen Moderne und Historie ist faszinierend…

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Ein neues Regalsystem hat Einzug in die Räumlichkeiten gehalten. Die französische Firma hat ein sehr flexibles System installiert. Ob sich das ganze im Alltag bewährt wird sich zeigen…erste kleiner Kratzer haben wir dann doch gefunden 😉

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…ach ja… Bücher gibts auch 😉

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Sogar ganz besondere. Die Hanschriftenabteilung ist schon sehr beeindruckend, besonders da Teile davon sehr effektvoll in einem besonderen Raum präsentiert werden. Ich bin ja bekennender Fan vom digitalen Lesen, aber so etwas hat ja schon was, oder?

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Und dann ein krasser Sprung in die Gegenwart…die Kinder- und Jugenbücherei präsentiert sich modern und zukunftsorientiert…

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…und zum Schluss gibt es dann noch diesen Ausblick….zum genießen 😉

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Alles in allem gibt es an vielen Ecken noch einiges zu tun, aber das, was die Kollegen da leisten ist schon toll. Auch die Ausstattung, die noch installiert werden soll macht Lust auf mehr. Stichwörter sind hier W-Lan, Hörstationen und Blindenleitsysteme und vieles mehr. Was ich an vielen Bibliotheksneubauten immer so schade finde ist die Tatsache, dass es dort gekaufte Regale gibt. Irgendwie wirkt das selten wie aus einem Guss. Und da man ja immer sagt, zu Hause ist es am schönsten, muss ich am Ende dann doch sagen….die Mediothek Krefeld mit ihrem Atrium, der kompletten Visibilität des Hauses auf einem Blick und den passgenauen, extra fürs Haus angefertigtenRegalen ist dann doch meine Lieblingsbibliothek…aber vielleicht bin ich auch ein bisschen befangen ;

Auf jeden Fall war das eine tolle Führung durch das Haus, zumal das alles recht spontan war. Dafür an dieser Stelle mal: Herzlichen Dank.

Gruß, Martin





BibCamp im Nürnberg – Tag 2

13 04 2013

Hello again,

heute ging es in Nürnberg mit Tag 2 des BibCamps weiter. Nach einer kurzen Nacht konnten sich die Teilnehmer an einem Kuchen und Kaffee-Buffet für den Tag stärken…der ein oder andere griff auch zum Nerd-Kultgetränk 😉

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Dann ging es mit der Session-Planung los. Erst ein wenig verhalten, aber nach und nach trudelten tolle Themenvorschläge ein. Als es dann darum ging, sich zu entscheiden stand ich erneut vor dem „Ich kann mich nicht klonen“-Problem. Es gab so vieles, was mich interessierte…

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Da ich das Thema erst vor kurzem mit meinen Ex-Kollegen aus der Stadtbibliothek Reihnberg besprochen hatte und es mich ehrlich interessierte, war meine erste Sessionwahl diejenige, die sich mit dem Selbstverständnis von Bibliotheken beschäftigen sollte. Eine durchweg spannende und interessante Session. Ich habe ja schon ein, zwei Artikel zum Thema geschrieben, wo ich Bibliotheken in Zukunft sehe und es war gut zu hören, dass sich mittlerweile einige Bibliotheken mit diesem Thema beschäftigen. Es kamen einige Dinge zusammen, die Frage nach der Aktualität der Ausbildung kam auf, ist es nötig, dass unsere Azubis anderthalb Jahre RAK lernen und Social Media und Kundengespräche führen ein Schattendasein fristen? Aus den Reihen der FH kam die Info, dass man die Studenten sehr wohl auf „moderne“ Bibliotheken vorbereite, selbige aber dann wegen Überqualifikation nicht eingestellt werden. Die Themen waren sehr vielseitig, so sprachen wir auch über Verbote in Bibliotheken und ob das alles immer so nötig ist 😉 Die Frage, ob wir noch eine Bibliothek sind, wenn wir Hacker- und Makerspace anbieten, Gaming-Events veranstalten und vom Sozialarbeiter über den Kinderbetreuer bis zum wandelnden eBook-Infodesk alles sein müssen, stand im Raum….meine persönliche Meinung: Jep!

Zum Mittagessen gab es zum einen eine fränkische Spezialität, Weggela, und einen, sehr leckeren Gemüseburger 😉

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Direkt im Anschluss habe ich mich entschlossen an einer Führung durch die, noch ganz neue, Stadtbibliothek Nürnberg teilzunehmen. Dazu gibts zeitnah einen eigenen Blogpost. Nur soviel, es war verdammt interessant.

Zurück an der Uni ging es in die letzte Session des diesjährigen BibCamps. Die von Bodo aus der STB Amberg angestoße Session hieß „ÖB Zeugs“ 😉 Nachdem am Freitag in vielen Sessions die Wissenschaftlichen Bibliotheken im Mittepunkt standen, sollte es hier um die Öffentlichen Bibliotheken gehen. Schwerpunkt war dabei die Kinder- und Jugendarbeit. Anhand von Beispielen wurden Methodiken zu Kinderprogrammen aufgezeigt und Tipps gegeben, wie man in der heutigen Zeit die Kiddies fasziniert. Die Bandbreite reichte dabei von der Klangschale bis zum Balanceboard. Einen interessanten Tipp gab es noch gegen Ende, es wird in nicht allzu ferner Zukunft eine Art BarCamp für Kinder- und Jugendbuchbibliothekare in Remscheid geben…wenn es soweit ist, wird dafür über alle Kanäle Werbung gemacht. Würde mich freuen, wenn man da etliche KiBü-Bibls sehen würde, die man sonst ehr nicht auf Workshops und BarCamps antriftt…sowas kann der Qualität der Lese- und Frühförderung nur gut tun…

Tja…und dann war es das auch schon wieder mit dem BibCamp. Fast…in der Abschluss-Session wurde nochmal ein Résumé gezogen und man war sich, wie eigentlich jedes Jahr, schnell einig, dass es eine runde Sache war. Das liegt zum einen am Prinzip der Veranstaltung, der offene Geist eines BarCamps kommt uns motivierten, engagierten und nach vorn gehenden Bibliotheksmenschen sehr entgegen. Zum anderen liegt es sicher an den vielen Teilnehmern mit ganz unterschiedlichen Hintergründen. Und es liegt an einer perfekten Organisation. Ich habe das schon live getan, Tibor auch. Und sicher habt ihr, liebes ORGA-Team das über die zwei Tage schon ganz oft gehört, aber man kann es kaum oft genug sagen: Frei nach Hans Rosenthal: DAS WAR SPITZE! Deshalb nutze ich jetzt auch einfach mal Euer Bild vom BibCamp-Twitteraccount um gaaaaaannnnz laut DANKE zu sagen!

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Schade, dass es schon wieder vorbei ist. Es hat Spaß gemacht, viele neue Gesichter gesehen zu haben und sich mit den alten Hasen mal wieder „im real life“ ausgetauscht zu haben. Vieles mitgenommen, viel geredet, viel gegessen…alles super…auf geht es zum #bib7 😉

Gruß, Martin