Openbare Bibliotheek Amsterdam

25 05 2009

Hallo Leute,

wir waren heute mit einem Großteil der Belegschaft der Mediothek zu Gast in der öffentlichen Bibliothek in Amsterdam. Das Gebäude wurde erst im Sommer 2007 eröffnet und beeindruckt durch modernes und futuristisches Design.

P1320117

Auf 6 Etagen gibt es knappe 700.000 Medien und 600 (!) Internet-PCs für die Kunden. Die ca. 200 Mitarbeiter bewältigen, unterstützt durch moderne RFID Technik incl. Ausleih- und Rückgabeautomaten etwa 1,2 Millionen Medien im Jahr. Es fiel auf, dass das Haus sehr stark durch Menschen genutzt wurde, die dort arbeiteten, sich entspannten oder das Ganze als Treffpunkt benutzten…die Ausleihe selbst fand ich jetzt nicht so stark.

atrium

Wie schon gesagt, das Haus ist schon sehr beeindruckend. Die Mitarbeiterschaft ist streng in „Backoffice“ und „Customers-Service“ unterteilt. Alle Kollegen, die mit Kunden zu tun haben, tragen extra angefertigte Uniformen. Es gibt auf jeder Etage einen Infopoint (ausgestattet mit mehreren I-Macs) und jeweils zwei Mitarbeiter, die Informationen geben. In der 7. Etage findet sich ein ausgedehnter Gastronomie-Bereich (mit tollem Ausblick über Amsterdam), welcher auch als Kantine für die Mitarbeiter dient. Die Anzahl der Zeitungen, Zeitschriften und Non-Books ist ebenfalls recht beeindruckend…

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Die Führung durch das Haus brachte etliche interessante Fakten und Einblicke in die Organisation und die Abläufe dieses großen Hauses. Man neigt ja dann doch dazu, das Ganze mal mit dem zu vergleichen, was man selbst hat. Was soll ich sagen, als Kunde ist die Amsterdamer Bibliothek sicherlich nicht uninteressant, auch wenn ich das Gefühl habe, dass die 700.000 Medien in dem Haus ein wenig untergehen. Die, zwar moderne, aber dann doch recht kalte Atmosphäre sprachen mich jetzt nicht so an und auch die Rolltreppen erinnerten mehr an ein Kaufhaus, als an eine Bibliothek. Die 600 Internetplätze sind natürlich genial, außerdem ein Selbstverbucher und ein Kassenautomat auf jeder Ebene machen das Ausleihen sicherlich effektiver.

Aus beruflicher Sicht möchte ich definitiv nicht tauschen. Die Abwechselung und das Flair aus Krefeld geht Amsterdam völlig ab. Man arbeitet an streng festgelegten Arbeitsplätzen, die persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten sind auch sehr eingeschränkt und das Haus ist so groß, dass das Kollegiale und Persönliche auch nur sehr rudimentär vorhanden ist…wie auch immer, ein interessanter Einblick war es auf jeden Fall. Derzeit wird rund um die Bibliothek noch fleißig gebaut, wenn die Insel, auf der sich das Gebäude befindet erst mal komplett fertig ist, wird das Ganze sicherlich ein neuer „Hotspot“ im Amsterdam, zumal sehr zentral an der CS gelegen. Ein Besuch lohnt sich aber jetzt schon…

Gruß, Martin

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4 responses

4 06 2009
Lea

Ey wow

Das ist ja mal hamma. So ein Ding ^^ Da kann die schönste Mediothek Krefelds ja dann doch nicht so ganz mithalten. 600 Kunden-PCs? Lieber Martin, bist du dir sicher, dass du dich da nicht verschrieben hast? Das wäre ja der absolute oberhammer. Aber okay, ich glaubs dir jetzt einfach mal so ungesehen ;D Sehr beeindruckend, auf jeden Fall. Aber nichts im Vergleich zu meinem Allerliebsten Arbeitsplatz auf der Welt *Herzl*
Ich meine Aachen, ja 😉 Gut, ich will jetzt nicht schon wieder über die gute Bibliothek Aachens herziehen *lach*
Ich hoffe es geht allen bestens und alles ist noch beim guten Alten

Liebste Grüße an alle
Lea

5 06 2009
edlf

Hallo Lea,

schön von Dir zu hören (lesen). Ich habe mich nicht verschrieben, im ganzen Haus verteilt stehen 600 internetfähge Kunden-PCs. Allerdings herrscht in den Niederlanden auch eine andere Bibliothekskultur als bei uns. Während wir tiefergehende Infofragen versuchen erschöpfend zu beantworten, sind die Infoplätze in den Niederlanden oftmals nur Wegweiser zu den Selbstrechercheinstrumenten. Mir ist unser System weitaus lieber, ist es doch wesentlich kundenorientierter.

Und auch, wenn das Gebäude ganz interessant ist, der Blick über Amsterdam vielleicht auch ein wenig attraktiver als der über den Theaterplatz…tauschen möchte ich sicherlich nicht.

Dir viel Erfolg weiterhin und liebe Grüße (auch von den Kolleginnen und Kollegen) aus Krefeld.

Gruß,
Martin

1 09 2009
Steffi

Hallo ihr beiden,

ich war gestern mit anderen Arbeitskollegen in Amsterdam zu Gast. Allein vom äußeren Erscheinungsbild hat mir die Bibliothek sehr gut gefallen. Sicher die Bibliothek ist von der inneren Atmosphäre recht „kühl“ gehalten, aber allein die Regale, welche mehr Möbelstücken ähneln, sind einfach nur genial. Weiße Regale oft mit geringer Höhe , indirekte Beleuchtung am Regal, viele Vitrinen, was will man mehr?
Trotz der offenen Bauweise der einzelnen Etagen war es sehr ruhig. Wohl auch dadurch bedingt, dass so gut wie keine Kinder zu dem Zeitpunkt im Ki-Ju-Bereich waren. Was ich allerdings sehr schade finde ist, dass dort keine Gesellschaftsspiele ausgeliehen werden.
Den Punkt mit den festen Arbeitsplätzen vom Costumer-Service wurde uns so erklärt, dass nur indirekt feste Arbeitsplätze vorhanden sind. Sprich die Mitarbeiter arbeiten nur im Leserbereich, haben aber dort keine festen Etagen wo sie arbeiten und keine festen Einstellgruppen, da im Falle von Urlaub und Krankheit jeder alles können sollte. Man kann sich zwar wünschen in einem bestimmten Bereich lieber zu arbeiten, aber diese Entscheidung liegt beim Vorgesetzten.
Ich finde das sehr schade, da ich selber im Kinder- und Jugendbereich arbeite und froh darüber bin an der Informationstheke zu sitzen und Ki-Ju-Medien einzuarbeiten und einzustellen. Gerade das finde ich für eine Beratung wichtig, weil man nur so den Bestand kennenlernt.
Zu den Arbeitszeiten der Kollegen im Frontoffice konnte sie uns leider keine genaue Auskunft geben, weil sie es nicht konkret wusste. Auf jeden Fall ist jeder Mitarbeiter jeden zweiten Samstag und jeden vierten Sonntag im Dienst.

Schade finde ich allerdings den eher unpersönlichen Kontakt zum Leser, auf Grund der nicht mehr vorhandenen Rückgabe- und Verbuchungstheke.

Wir wartens mal ab, wie sich RFID in Deutschland weiter durchsetzt.
Gruß
Steffi

3 09 2009
Martin

Hallo Steffi,

Du hast natürlich Recht, das Ganze ist schon sehr beeindruckend, aber ich möchte wahrlich nicht tauschen. Ich werde mit dem niederl. Bibliothekssystem, besonders mit der Philosophie dahinter nicht wirklich warm.

Gruß,
Martin

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