FAMI-Convention in Mainz

29 04 2013

Hallo zusammen,

manchmal habe ich immer noch das Gefühl, ich müsste mich mal kneifen. Seit etwas über 3 Jahren kümmere ich mich jetzt in der Mediothek Krefeld um die Auftritte in den sozialen Medien. Für mich ein absoluter Jackpot. Im Job etwas tun zu dürfen, an dem man richtig Spaß hat ist wohl sowas wie ein Lottogewinn. Dazu noch tolle Kollegen und schon ist der Traumberuf komplett. Aber, man kann das noch toppen…fast seit Beginn der Social Media Tätigkeiten der Mediothek kriege ich immer wieder Anfragen, etwas zum Thema zu schreiben oder zu erzählen. Als ich in Krefeld angefangen habe, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mal Fachartikel schreibe oder auf internationalen Bibliothekskongressen Vorträge halte….oder gar, wie neulich in Hilden, auf einem Festakt was zum Thema “Zukunft in Bibliotheken” erzählen darf. Dafür bin ich allen, die das möglich gemacht haben unendlich dankbar. Solche Events sind das i-Tüpfelchen auf meinem Beruf.

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So hat es mich dann auch sehr gefreut, als ich vom BIB die Anfrage bekam, die FAMI-Convention an der Universitätsbibliothek in Mainz zu gestalten. Unterteilt in einen praktischen Teil, wir haben einfach mal eine Facebook-Fanseite gebastelt, und einen “Wir quatschen mal darüber, was wir in der Mediothek so machen und diskutieren über die Zukunft von Bibliotheken”-Teil war das, zumindest für mich, ein spannender Tag. Ich hoffe, es ging den Teilnehmern auch so ;)

Ich freue mich bei solchen Terminen immer, wenn ich mit Fachangestellten für Medien – und Informationsdienste zusammenkomme, die voller genialer Ideen für die Zukunft sind. Auf der anderen Seite bin ich dann auch imer wieder geschockt, unter welchen Bedingungen der ein oder andere Kollege arbeiten muss. Da gibt es Rückkanalverbote, es wid sich gestritten ob man auf Facebook jetzt “Sie” sagen muss oder “Du” sagen darf. Da müssen Postings vom Chef abgesegnet werden und kreativ oder gar lustig werden geht schon mal gar nicht. Was zeigt das? Das zeigt zum einen, was ich für ein riesen Glück habe in Krefeld zu arbeiten, wo es genau so etwas nicht gibt…und es zeigt zum anderen, das es im Land noch viele Bibliotheksleitungen oder deren Vorgesetzte gibt, die eben nicht begriffen haben, dass sich Bibliotheken wandeln müssen. Wenn wir jetzt alles richtig machen, und “Communties” um uns herum aufbauen und mal kreative Wege gehen, steht uns eine glorreiche Zukunft bevor…wenn nicht, sind wir in 5 Jahren obsolet. Und das fände ich dann doch sehr schade.

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Und deshalb sind solche Dinge wie das BibCamp, FAMI-Tage oder eben die FAMI-Convention unglaublich wichtig. Dort findet Austausch auf dem kurzen Dienstweg statt. Wenn man sich mal anschaut, wie sich Bibliotheken, zumindest die, die es dürfen, mittlerweile vernetzt haben, erkennt man, dass die Mitarbeiter da oftmals weiter sind als so manch “Verantwortlicher”. Waren Mailinglisten, wie etwa Rabe, einst revolutionär, gibt es jetzt Facebook-Gruppen mit hunderten bibliothekarischen Mitgliedern, die innerhalb von Minuten Wissen austauschen, sich gegenseitig helfen und so, letztlich, einen für den Nutzer relevanten Informationsgewinn erlangen.

Also liebe Bibliotheksverantworlichen…hört Euch die Vorschläge Eurer Mitarbeiter an…egal ob sie nun Assistent, FAMI oder Bibliothekar sind. Gerade in ÖBs sollte man seine Mitarbeiter nach Fähigkeiten und Interessen einsetzen…das bringt nicht nur eine hohe Motivation mit sich, es führt auch zu besseren Ergebnissen…ehrlich! Probierts aus….ach ja, eines noch. Ich würde mich freuen, mehr von Euch bei BibTagen, BibCamps, Twittwochs, Geeks-Veranstaltungen und ähnlichem zu sehen… ;)

Gruß
Martin





BibCamp 6 in Nürnberg

12 04 2013

Hallo zusammen,

es ist wieder soweit, das BibCamp steht an. Was ist das BibCamp? Nun, nunmehr im 6. Jahr ist das BibCamp eine sogenannte Unkonferenz. Dabei geht es um den direkten Erfahrungsaustausch, das offen Diskutieren über bibliotheksrelevante Themen und das Treffen mit vielen tollen Kollegen im “real life”. Gerade letzteres ist für mich immer wieder ein Highlight. Durch SocialMedia sind die Bibliotheken in den vergangenen Jahren deutlich enger zusammen gerückt und ich chatte, maile, poste und videokonferiere oft und gern mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus aller Herren Bibliotheken…aber, trotz der Technik, geht eben nichts über das direkte Gespräch. Und so ist das aktuelle BibCamp für  ich sicher auch ein Teil Arbeit, aber vor allem ein großes Familientreffen.

Anders als bei vielen anderen Konferenzkonzepten gibt es beim BibCamp keine Tagesordnung und auch keine Besucher. Alle sind Teilnehmer und die Tagesordnung entsteht vor Ort….und ist trotzdem fluide. Dieses Mal geht es nach Nürnberg….in der dortigen Friedrich-Alexander-Universität hat das ORGA-Team super Arbeit geleistet…

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Brezen, Getränke, Kekse, Kuchen, W-Lan, Notizblöcke, Hocker…alles da! Schon mal vielen Dank ans Team an dieser Stelle. Zu den Sessions. Eigentlich wollte ich dieses Mal gar keine halten, aber gutes Zureden hat mich überzeugt ;) . Diejenigen, die mich kennen und meine Auftritte bei den letzten BibCamps erlebt haben, ahnen schon was kommt, es ging um Social Media ;) . Aber, dieses Mal nicht ausschließlich um Facebook, sondern insbesondere auch um Seniorbook und die Idee des Social Media im Allgemeinen.

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Viele neue Gesichter habe ich in der Session gesehen und viele Fragen konnten, hoffe ich, beantwortet werden. Grüße nach Würzburg an dieser Stelle ;) . Interessante Gespräche wurden geführt, Social Media hilft dabei, die Bibliothek zu “vermenschlichen”, die Bibliothek wir zu einer natürlichen Person. Humor ist eine wichtige Sache bei solchen Auftritten und so sollte ein guter Facebook-Auftritt auf jeden Fall unerthalten und eben kein One-Way-Newsletter-Kanal sein.

Insgesammt drei “Slots” gab es heute. Wie in den vergangenen Jahren auch, hätten sich viele Teilnehmer gerne geklont, weil soviel Interessantes dabei war. Hier mal ein Blick auf die “Offline-Variante….die Online-Version gibt es HIER.

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Nach meiner eigenen Session war ich bei Steffi Hotze ( @diplBibl ) in ihrer Session zum Thema “Reden wir an unseren Nutzern vorbei?”. Eine durchaus berechtigte und spannende Frage. Wieviel nehmen die Neuleser bei einer Anmeldung auf und was rauscht an ihnen vorbei. Muss der Katalog wirklich OPAC heißen und was ist eigentlich eine Signatur. Es ist auf jeden Fall eine gute Idee, seine “Bibliothekssprech” ab und an mal zu überdenken.

Humor bei Schulungen hieß die letzte Session, an der ich heute teilgenommen habe. Wer meine Kollegen und die Mediothek kennt, weiß, dass Humor ein Pfund ist, mit dem wir durchaus wuchern können. Was glaube ich, nicht funktioniert, ist der Versuch, Humor zu erzwingen oder einzustudieren. Jedenfalls klappt das bei mir nicht.  Wenig überraschend, wurde bei dieser Session nicht nur ernsthaft diskutiert, sondern auch herzhaft gelacht.

Apropos herzhaft….nach den letzten Stunden harter Arbeit gab es jetzt…..PIZZA!

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Erstes Fazit vom BibCamp 6….rundum gelungene Sache. Eine Anmerkung habe ich noch….mehr Teilnehmer als die aktuell knapp 175 dürfen es wirklich nicht sein, sonst geht das informelle verloren und die “Frischlinge” scheinen ein wenig Hemmungen zu haben, Sessions vorzuschlagen ;)

Morgen geht es weiter, ich bin gespannt. Bis dahin sage ich erstmal….

Gruß, Martin





Sag mal, machst Du das freiwillig….oder warum wir Bibliotheken brauchen!

15 01 2013

Hallo zusammen,

heute mal keine Flugzeuge, jedenfalls nicht primär. Fangen wir vorne an. Am vergangenen Wochenende war ich mit Kollegen der Zukunftswerkstatt in Wuppertal. Mit Kollegen von was? Die Zukunftswerkstatt ist ein Verein, der sich um die Zukunft in Bibliotheken kümmert, um neue Ideen, neue Konzepte und neue Technologien. Ich habe schon länger immer mal wieder mit dem Verein zusammen gearbeitet und seit kurzem bin ich Mitglied. Am Wochenende ging es um Projekte für 2013 und um viele spannende Kleinigkeiten. Als ich Montag wieder in “meiner” Bibliothek war und ein bisschen davon erzählt kam die Frage einer Kollegin “Sag mal, machst Du das eigentlich freiwillig….” Da war ich dann doch etwas baff. Ja, mache ich….ich zahle sogar dafür. Warum?

Nun, es gibt drei, eventuell vier Dinge, die mich unheimlich interessieren  im Leben. Das ist zum einen meine Frau, ohne die das Alles eh keinen Sinn hätte, dann die Fotografie und Bibliotheken….böse Zungen würden behaupten, Essen gehört auf jeden Fall auch in diese Liste ;) . Die Prioritäten dieser vier variieren, mit Ausnahme der erst genannten.
Warum Bibliotheken? Den Versuch die Fasziantion der Fotografie zu erklären, erspare ich Euch, wenn ihr verliebt seid, kennt ihr den Grund für das Erste und essen tun wir irgendwie alle gern, oder? Na ja, das ein oder andere Model nehme ich da mal raus. Bleibt die Bergündung für die Faszination von Bibliotheken!

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Bibliotheken sind Horte des Wissens. Bibliotheken sind wichtig für die Gesellschaft. In Bibliotheken öffnet sich einem die ganze Welt auf kleinem Raum. Alles richtig, aber auch irgendwie, nun ja….abgehoben. Wir, also die Bibliotheken, haben da so ein Image…verstaubt, irgendwie der Welt entrückt und chronisch unterfinanziert. Aber wie sieht es in einer Bibliothek wirklich aus?
Ich habe durch meine Vorträge und aus purem Interesse schon ganz viele Bibliotheken besucht und könnte aus dem Nähkästchen plaudern, aber ich beschränke mich mal auf die Mediothek Krefeld. Wie ist es da so? Nun, schon seit Ewigkeiten, damals hießen wir noch Stadtbibliothek Krefeld, zeichen wir uns, wie übrigens viele Bibliotheken in Deutschland, durch kreative und engagierte Arbeit aus. Wir bieten Leseförderung, gehen in Kindergärten und Schulen um das Kulturwerkzeug “lesen” zu vermitteln. Unsere Lektoren sind Experten darin, den eigenen Bestand aufzubauen und zu pflegen. Anschaffungen von Medien werden überlegt und begründet, erst dann wird ein Buch gekauft. Wir arbeiten mit Firmen, Einrichtungen und dem Einzelhandel in unserer Region zusammen. Wir sind Anlaufstelle für Schüler, Eltern, Kinder, Lehrer, Gruppen, Einzelpersonen und Freaks ;) Wir schaffen es, Autoren in unser Haus zu holen, die aus ihren Büchern vorlesen und wir bieten Bastelnachmittage für Kinder an. Dafür brauchen wir Geld, dafür brauchen wir Technik, dafür brauchen wir aber vor allem engagierte Menschen. In einer Bibliothek zu arbeiten hat selten etwas mit “9 till 5″ zu tun. Wir sind alle irgendwie ein anderer Schlag Mensch. Wer einmal gesehen hat, wie Kinderprogramme durchgeführt werden, wie viel Arbeit in Projektanträgen und in all dem steckt, der weiß, was es heißt “Bibliotheksmensch” zu sein. Für mich ganz persönlich ist es die perfekte Mischung in einer Bibliothek zu arbeiten….ich habe die Zeit im Büro und vor allem die Zeit “am Kunden”. Wenn ich Morgens aus dem Haus gehe, weiß ich nicht, was mich den Tag über erwartet. Felxibel sein, sich anpassen, sich auf den Kunden einlassen, professionell auftreten…Kernelemente meines Jobs.

Und dann tauchen in der letzten Zeit immer wieder Artikel und Berichte auf. Bibliotheken haben keine Zukunft, ihre Zeit als Ausleihstation ist vorbei. Alles ist immer und überall abrufbar. Filme, Bücher, Informationen…alles kriegt man aus dem Netz. Für kleines Geld, vieles sogar kostenfrei. Wer also braucht noch eine Bibliothek. Sind die großen Häuser voller Bücher nicht ein Anachronismus, den keiner mehr braucht?

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Seit knapp drei Jahren betreue ich jetzt den Facebook-Auftritt der Mediothek. Wir haben damit Erfolg, die Vernetzung mit den Kunden klappt, ebenso die Vernetzung mit den Kollegen überall in Deutschland und sogar im Ausland. Ein erster Schritt…mehr nicht.
Die erste Frage ist, warum haben wir damit Erfolg? Drei Antworten: Mut, Kreativität und ein gutes Fundament.

Mut – Wir waren so ziemlich die ersten, die sich ins soziale Netz getraut haben. Es gab keine Handbücher, keine Vorbilder und weiß Gott viel Widerstand gegen unsere Idee, mit dem Kunden auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Kreativität – Ich habe Glück, ich habe ne kreative Ader UND tolle Menschen um mich rum, denen es genauso geht. Die verrückten Sachen, das Edutainment und das Erschaffen des Brandings “Karo-Boys”, sowie der Erwerb des Rufes, Ahnung von der Materie zu haben, war zwar viel Spaß, aber auch eine Menge harter Arbeit und eben, Kreativität.

Das gute Fundament – Der Facebook-Auftritt würde nicht funktionieren, gäbe es all die tollen Dinge in der “echten” Mediothek nicht. Unsere komplette Offline-Arbeit, vom Einstellen, über das Lektorat, die Buchpflege, die Fernleihe, die Ausleihe, die Anmeldung, unsere Infodienste bis hin zu den Veranstaltungen sind es, die dafür sorgen, dass wir uns auch im virtuellen Raum präsentieren können. Das eine klappt nicht ohne das andere….
Und genau das müssen wir begreifen. So wie der Onlinepart nicht ohne “das Haus” auskommt, wird es eine Bibliothek nicht ohne die Community “da draußen” schaffen. Uns neu zu erfinden und dabei die Fähigkeiten die wir haben nicht zu vergessen, das ist die Herausforderung für Bibliotehken in den nächsten Jahren. Und damit müssen wir JETZT anfangen. Bibliotheken lassen sich gerne “Informationsdienstleister” und “Informationsexperten” nennen…dann tut auch was dafür. Die Bibliothek der Zukunft kann Menschen mit Problemen bei ihrem eBook-Reader helfen. Die Mitarbeiter kennen sich aus mit Facebook, G+, twitter, youtube, FlickR, Cloud, Open Data, xing, pinterest oder instagram…und wissen trotzdem noch, wie man ein Infogespräch führt, was eine Bibliographie ist und wie man einen flämischen Namen nach RAK ansetzt.

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Unsere Angst vor Neuem muss weichen. Und damit meine ich nicht mal so sehr die Technik…es muss nicht jeder alles können. Wie auch? Wir brauchen ein starkes Team in unseren Bibliotheken. Jürgen Klopp hat mal gesagt, er kann keine Meisterschaft holen mit 11 Mario Götzes….wir können keine Bibliothek führen mit 40 Facebook-Machern oder 30 Katalogisierungsspezialisten. Die Mischung macht es. Das Team muss an einem Strang ziehen….idealerweise in die selbe Richtung ;) . Und wenn die Bibliothek sich vom Ausleihort zum Aufenthaltsort wandelt? Wäre das ein Problem? Würde es uns stören, würden die “echten” Ausleihen um die Hälfte sinken, dafür aber eAusleihen explodieren und Menschen uns besuchen, weil man bei uns toll lernen kann, weil die Atmosphäre gut ist, weil es ein Café gibt und Aufladestationen fürs Smartphone. Würde es uns stören, wenn wir LAN-Parties für Gamer im Haus hätten? Oder regelmäßige Twitterlesungen? Wäre es ein Problem zweimal im Monat aus einem Raum eine Disco zu machen und sich damit zur “Szene-Location” zu entwickeln? Wäre es schlimm, einen Hacker- und Makerspace einzurichten, in dem Menschen ganz praktisch arbeiten können, Dinge erfinden und damit mit “ihrer” Bibliothek verwachsen? Wäre das schlimm…..? Wenn ja…sorry, dann brauchen wir keine Bibliotheken mehr. Dann macht die Häuser dicht! Wenn nicht….dann macht was! Ändert Eure Bibliothek! Seid kreativ! Lasst Euch nicht einengen! Sucht nach neuen Ideen ohne, und das ist wichtig, dabei Eure Kernkompetenzen zu vergessen…letztlich dienen wir den Menschen und wollen in deren Mitte sein!

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Zurück zur Eingangsfrage. Machst Du das freiwillig?
BibCamp, Twittwoch, Wuppen, Bibliothekartag, Bibliothekskongress, SocialCommunityDay, Bibliotheksbesuche, Livestreams….ja verdammt, ich mache viel wenn es um das Thema Bibliothek geht. Das meiste davon kostet mich Zeit und eine Menge Geld, aber ja, ich mache das freiwillig, weil ich glaube, dass ich den wichtigsten, geilsten und erfüllensten Job der Welt habe!

Liebe Grüße
Martin





Dinosaurier oder “the place to be”?

11 07 2012
Hallo zusammen,
es ist schon verrückt, wie sich alles in den letzten Zeiten so gewandelt hat. Schon immer wollte ich mich aktiv in Bibliotheken beteiligen, schon immer waren Bibliotheken für mich mehr als Häuser, in denen Bücher aufbewahrt werden. Mir ging es von jeher um zwei wichtige Dinge. Nutzerorientiertes Verhalten und Zugang zu Informationen. Bereits in meiner Ausbildung war mir klar, dass das Internet in eine Bibliothek gehört. In Erkrath sammelte ich erste Erfahrungen mit Web2.0 Diensten…alles noch recht rudimentär, aber zum ersten Mal gelang mir in einer Bibliothek das, was man heute so schön als “Community-Building” beschreibt. Mit einem Blog zum Sommerleseclub schafften wir es, die Kiddies dazu zu bringen, eigene Rezensionen und Kommentare zu den gelesenen Büchern zu verfassen.
Jetzt, fast 5 Jahre später hat sich viel getan. Aus dem rumpeligen Blog in Erkrath ist eine gut laufende Facebook-Seite in Krefeld geworden. Der Wechsel nach Krefeld, in die Mediothek, war sicher einer meiner wichtigsten und besten beruflichen Schritte. Die Atmosphäre hier ist deutlich weniger Technik- und Innovationsfeindlich als in manch anderen Bibliotheken, in denen ich mich so beworben hatte. Nach 2 Jahren Facebook-Auftritt, Twitter, foursquare, pinterest, youtube und Google Plus gehe ich auf Vortragsreisen, bringe andere Bibliotheken Facebook und eBooks näher. Die Entwicklung verblüfft mich selbst oftmals am meisten. Wer hätte das vor fünf Jahren gedacht. Und jetzt? Jetzt schreibe ich einen Blogpost über moderne Bibliotheken und die Zukunft von Bibliotheken, wie ich sie mir vorstelle und erhoffe…und in der ich die einzige Möglichkeit sehe, deren Daseinsberechtigung zu wahren.
Oft höre ich auf meinen Vorträge von Menschen, die in Bibliotheken arbeiten, dieser soziale Kram sei ja ganz nett und man beglückwünscht mich dann auch zum Erfolg und so, aber schließlich dürfe man ja das Kerngeschäft einer Bibliothek nicht vergessen. Aber mal ehrlich, was ist denn unser Kerngeschäft? Sind wir nicht Dienstleister am Kunden, wollen wir nicht Informationsdienstleister sein? Natürlich weiß ich, was mit “Kerngeschäft” gemeint ist. Es geht um den Erwerb, die Ausleihe und Rücknahme von Büchern…aber ist es das dann schon? Meiner Meinung nach, dürfen eBooks, soziale Netzwerke, Gaming, der Umgang mit Tablets und Smartphones keine Besonderheit sein, die einige Bibliotheken mit einigen Mitarbeitern anbieten…das gehört zur Lebensrealität unserer Leser und somit sollte es auch zum Arbeitsalltag von Menschen in Bibliotheken gehören.
Informationen, Musik, Klatsch und, ja, auch Bücher gibt es doch längst im Netz, warum sollte ich dann noch in eine Bibliothek gehen. Die Sentimentalen und Bibliophilen werden jetzt etwas von der Haptik der Bücher, dem Geruch und dem “Drumherum” erzählen. Alles richtig, aber reicht das als Daseinsberechtigung für Bibliotheken in Zukunft aus? Ich denke nicht….was also sollen wir tun? Nun, da schließt sich ein wenig der Kreis zu meinem Blog in Erkrath…es muss für uns darum gehen, Communities um uns herum aufzubauen. Es darf nicht mehr die Bibliothek sein, in die ich nach der Schule gehen MUSS, es muss die Bibliothek sein, in die ich nach der Schule gehen WILL! Wir müssen Hip werden, cool, brauchen Aufenthaltsqualität in unseren Häusern. CommunityBuilding meine ich, in erster Linie, gar nicht mal nur Online. Aktionen wie der SommerLeseClub oder ähnliches sind dafür ein Grundstein. Diese verdammt Panik mal was Neues zu probieren ist furchtbar und hindert uns doch letztlich nur. Warum denn nicht mal ein Rock-Konzert in der Bibliothek? Warum keine monatlichen LAN Parties in der Bibliothek? Ladet Euch Leute ein, die etwas zu sagen haben. Seid nicht so konservativ. Alles hat nur Sinn, wenn wir den Nutzer im Auge behalten. Das alles heißt natürlich NICHT, dass wir ab Morgen die Bücher aus den Regalen räumen sollen. Nach wie vor ist, besonders die Belletristik, noch ein großer Teil des Kerngeschäftes, sicher nicht alles, aber schon sehr wichtig. Aber, schaut man sich die Entwicklungen, auch in “meiner” Bibliothek an, erkennt man, dass die Ausleihe der eMedien stetig ansteigt. Also muss man überlegen, wo setzte ich wie viel Etat ein, schließlich kann ich jeden Euro nur einmal ausgeben.

Es muss zu Vernetzungen von digital und “echt” kommen, wobei ich eigentlich kein Freund davon bin, beides zu trennen. Ich erlebe eine Lebensrealität. Für mich gehört das Posten auf Facebook, der Onlineaustausch mit Bekannten aus meinem Hobbyumfeld genauso zum echten Leben wie das Fotografieren am Flughafen oder der Gang zur Arbeit. Aber zurück zur Vernetzung. Ich glaube, es muss beides geben. Zum einen bedarf es Synergieeffkte, meint zum Beispiel “Twitterlesungen”. Menschen auf der Bühne diskutieren und die Zuschauer können via Smartphone und Twitter teilhaben….und Menschen zu Hause vor dem Rechner dank Hashtag auch. Auf der anderen Seite muss es uns gelingen, Webinhalte exklusiv zu machen. Mir stellen sich regelmäßig die Nackenhaare auf, wenn ich in Dienstanweisungen von unterschiedlichen Städten zum Thema “Internet und so” den Satz: “Die Inhalte müssen auf allen Pattformen identisch auffindbar sein” lese. Nein, müssen sie natürlich nicht. Twitterkonsumenten sind eine ganz andere Zielgruppe als Blogger oder “Facebooker”…Leute, seid kreativ und innovativ. Und bitte, bitte liebe Chefs und Kollegen….lasst die Leute mit neuen Ideen machen. Stellt Euch nicht in den Weg, bremst sie nicht aus…fragt sie doch mal lieber, was sie da machen. Sie surfen nicht den ganzen Tag aus Spaß im Netz umher. Einen guten, interessanten Auftritt zu betreiben ist harte Arbeit, glaubt es mir.

Und ich? Nun, ich werde das Bibliothekswesen wohl kaum in wenigen Tagen oder Wochen revolutionieren können, obwohl, warum sollte man sich keine hohen Ziele setzten? ;) Im Ernst, es geht mir darum, alles unter einen Hut zu bekommen. Der alltägliche Dienst, zu dem natürlich der Social Media Aspket kommt, aber eben auch die Hörbücher und der direkte Dienst am Kunden genauso wie die Entwicklung von “neuen” Diensten, frischem Wind und verrückten Projekten. Ich habe da schon einiges im Kopf und muss mal sehen, was sich davon wie wird umsetzten lassen. Ich glaube (und hoffe), dass die Mediothek der beste, wenn nicht der einzige Platz für solche Ideen ist. Ein erster Schritt ist mein “Eintritt” in die Zukunftswerkstatt. Seit einigen Tagen bin ich “Zukunftsentwickler”. Mit den Leuten aus der Zukunftswerkstatt zusammen zu arbeiten ist Inspiration pur. Der Verein ist eine Ansammlung von positiv Verrückten, die die Bibliotheken verändern wollen. Meine nächste Mission ist der Bibliothekskongress in Leipzig. Ich würde gerne weiterhin Vorträge zum Thema “Moderne Bibliothek” halten, das macht mir nämlich ne Menge Spaß. Wenn man dann, nach einigen Stunden reden und zeigen, die Begeisterung in den Augen der Zuhörer sieht und man auch Wochen nach einem Vortrag noch angerufen oder angemailt wird und die Leute einem Fragen stellen und Ergebnisse präsentieren….Leute, das ist echt ein tolles Gefühl.

Möglich ist sowas alles nur, weil ich in Krefeld eine so gute Umgebung vorfinde. Eine Chefetage, die hinter der Idee einer modernen Bibliothek steht, Kollegen die mitziehen und sich vor Kameras schleifen lassen und interessante Aufgaben, die mir Ausgleich zum Social Media Kram geben….so soll es sein, so soll es bleiben!

So, jetzt habe ich aber genug geschrieben….ich hoffe, ich habe Euch nicht gelangweilt mit dem ganzen Bibliothekskram ;)

Gruß, Martin





Bibliothekartag 2012 in Hamburg

24 05 2012

Hallo zusammen,

das war mal wieder was. Im vergangenen Jahr wurde ich noch via Skype auf den Bibliothekartag zugeschaltet. In diesem Jahr war ich für zwei Vorträge der Zukunftswerkstatt selbst vor Ort. Das ganze war eine rundum gelungene Sache. Zum einen war es klasse, mal wieder die tollen Leute von der Zukunftswerkstatt wiederzusehen. Man kommuniziert zwar ständig über das Netz, aber so “in Echt” ist es doch was anderes….wären jetzt noch Tibor, Sarah und Bodo da gewesen, wäre die “BibCamp-Gang” komplett gewesen. Wie auch immer, meine Vorträge haben mir Spaß gemacht, die Fragen waren interessant und ich hoffe inständig, dass meine Zuhörer auch was davon mitgenommen haben….

Für mich mal was Neues….keiner der beiden Vorträge hatte das Thema “Facebook” ;) Es ging um unser Projekt “Mediothek Digital”, also die Präsentation von eReadern, Tablets und Smartphones im Foyer der Mediothek Krefeld und des Ausbau unseres eBook-Bestandes. Das zweite Thema war “Librarything for Libraries”. Hinter dem sperrigen Titel verbrigt sich eine Kataloganreicherungssoftware für unseren Katalog. Das heißt, die Nutzer haben erstmals die Möglichkeit, Rezensionen in unseren Bibliothekskatalog zu schreiben. Interessante Sache.

Für mich ein, wenn nicht DAS Highlight: Justin Hoenke. Der Typ ist Bibliothekar aus Portland und revolutioniert gerade die Bibliothekslandschaft, indem er “Gaming” in die Bibliothek holt. Faszinierend war das, was wir da zu hören bekamen. Lesekompetenz durch Spiele schulen. Der Community geben, was sie haben will…dazu dieser sympathische, lockere Typ…am liebsten hätte ich ihn mitgenommen ;) Nun ja, ich habe einiges an Ideen mitgenommen….also Kollegen, der Bekloppte mit dem Facebook und Internetkram kommt jetzt auch noch mit Computerspielen ;)

Jan Homquist war auch vor Ort, er hat ein geniales Projekt laufen, am besten mal einen Blick auf den BLOG werfen. Mir hat es gezeigt, dass mein Englisch etwas aufgefrischt werden müsste und dass, wenn alle Bibliothekare so wären, wir uns um unsere Kiddies keine Sorgen mehr machen bräuchten. Ich glaube, dass wir mit der Mediothek auf einem ganz guten Weg sind. Ich für meinen Teil versuche, den Laden immer vorne mit dabei zu halten….mit den Mitteln, mit denen ich es kann. Schaut mal mal auf das, was wir alles leisten, können wir, denke ich, stolz auf uns sein. SLC, Lesetreppe, Zwergenbibliothek, Mediothek Digital, Librarything, FlickR, Facebook, Cache, WLan, Netbooks, Studios, Lesecafé und all die Tausend Dinge, die ich jetzt vergessen hab…

Aber back to the Bibliothekartag: Mit einer Grußbotschaft meiner Chefin ausgestattet habe ich auch Robi einen Besuch abgestattet…dem Bücherbus der Stadtbibliothek Heilbron ;)

Ziemlich cool wurde es dann auch am Abend, als wir mit einigen Zukunftsentwicklern, Justin und Jan in Schumachers Biergarten am Stadtpark eingekehrt sind. Das war richtig klasse, gute Laune, interessante Gespräche, die von Bibliotheken über Filme bis hin zur Musik reichten. Der ganze Tag war inspirierend und ich war erst spät, sehr spät im Bett ;)

Richtig gefreut habe ich mich über diesen Tweet hier….vielen, vielen Dank dafür….

So, und alle, die sich wundern….wie kann der denn in Hamburg sein, einen Blogeintrag machen und es kommt nicht ein Schiff drin vor? Keine Panik, ein Bild folgt jetzt gleich hier….aber nur als Aufwärmer für einen Tripreport mit ganz vielen Schiffen…der braucht aber noch ein paar Tage. Nur so viel vorab…das Wetter war klasse und das Licht am frühen Donnerstag Morgen ein Traum…

Das soll es gewesen sein…mal sehen, was sich aus den Ideen in meinem Kopf verwirklichen lässt…auf jeden Fall hat es mal wieder ne Menge Spaß gemacht mit der Zukunftswerkstatt ;) Danke an Euch, ihr seid klasse….

Gruß
Martin





Autobücherei live! – Das Experiment!

22 02 2011

Hallo zusammen,

einige wissen es ja schon, wir haben in der Mediothek Krefeld einen Facebook-Auftritt ( KLICK) . Heute Mittag starte ich das Experiment “Autobücherei live!” Dabei ist der Plan, “live” aus unserem Bücherbus zu berichten. Via Twitter und Facebook können unsere Fans dann dabei sein. Ob das so hinhaut wird sich zeigen…

Wenn ihr auch mal gucken wollt, unter www.twitter.com/mediothek oder unter www.facebook.com/mediothek.krefeld gibt es den Tweet…wir haben sogar nen eigenen Hashtag für die Nummer heute #bbus ;) Ab 14 Uhr soll es losgehen…drückt uns mal die Daumen…

Gruß, Martin








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